Im Rezept steht 180 Grad Ober-/Unterhitze, dein Backofen backt aber lieber mit Umluft, oder es ist genau andersherum. Wer die Temperatur einfach übernimmt, bekommt schnell einen Kuchen, der außen zu dunkel und innen noch feucht ist. Die gute Nachricht ist, dass die Umrechnung ganz einfach ist.
Hier findest du die Faustregel, eine Tabelle für alle gängigen Temperaturen, einen kleinen Rechner und die Fälle, in denen du besser bei der Beheizungsart aus dem Rezept bleibst.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Umluft stellst du etwa 20 Grad weniger ein als für Ober-/Unterhitze, die Verbraucherzentrale nennt 20 bis 30 Grad.
- 180 °C Ober-/Unterhitze entsprechen also etwa 160 °C Umluft, 200 °C etwa 180 °C.
- Von Umluft zurück auf Ober-/Unterhitze rechnest du 20 Grad dazu, 160 °C Umluft sind ca. 180 °C Ober-/Unterhitze.
- Die Backzeit bleibt meist ähnlich, prüfe aber 5 bis 10 Minuten vor Ende mit der Stäbchenprobe.
- Mit Umluft oder Heißluft kannst du auf mehreren Blechen gleichzeitig backen.
Die Faustregel: 20 Grad weniger mit Umluft
Bei Ober-/Unterhitze strahlen zwei Heizflächen oben und unten Wärme in den Garraum, die Luft bewegt sich kaum. Bei Umluft oder Heißluft verteilt ein Ventilator die heiße Luft, sodass sie ständig am Gargut vorbeiströmt und die Wärme schneller überträgt. Deshalb reicht eine niedrigere Temperatur für dasselbe Ergebnis.
Die Verbraucherzentrale schreibt dazu, dass du mit Umluft und Heißluft im Vergleich zur Ober-/Unterhitze um 20 bis 30 Grad niedrigere Gartemperaturen wählen kannst. In der Praxis ist 20 Grad der sichere Startwert. Wenn dein Ofen mit Umluft erfahrungsgemäß schnell bräunt, gehst du beim nächsten Mal 5 bis 10 Grad weiter runter.
Umrechnungstabelle Ober-/Unterhitze in Umluft
| Ober-/Unterhitze | Umluft / Heißluft | Typisch zum Beispiel für |
|---|---|---|
| 120 °C | ca. 100 °C | Baiser trocknen, Fleisch sanft nachgaren |
| 140 °C | ca. 120 °C | Schmorgerichte, Käsekuchen bei niedriger Temperatur |
| 150 °C | ca. 130 °C | Mürbeteigplätzchen, empfindliche Kuchen |
| 160 °C | ca. 140 °C | Rührkuchen in der Kastenform |
| 170 °C | ca. 150 °C | Marmorkuchen, Gugelhupf |
| 175 °C | ca. 155 °C | Brownies |
| 180 °C | ca. 160 °C | Rührkuchen, Muffins, Plätzchen, viele Aufläufe |
| 190 °C | ca. 170 °C | Blechkuchen, Gratins |
| 200 °C | ca. 180 °C | Aufläufe, Ofengemüse, Hähnchenteile |
| 220 °C | ca. 200 °C | Pommes aus dem Ofen, Brötchen aufbacken |
| 230 °C | ca. 210 °C | Brot anbacken, Blätterteig |
| 250 °C | ca. 230 °C | Pizza, Flammkuchen |
Umluft in Ober-/Unterhitze umrechnen
Viele neuere Rezepte, vor allem aus Blogs, geben die Temperatur direkt für Umluft an. Hat dein Ofen keine Umluft oder backst du lieber mit Ober-/Unterhitze, rechnest du einfach 20 Grad dazu.
| Umluft laut Rezept | Ober-/Unterhitze |
|---|---|
| 150 °C | ca. 170 °C |
| 160 °C | ca. 180 °C |
| 170 °C | ca. 190 °C |
| 175 °C | ca. 195 °C |
| 180 °C | ca. 200 °C |
| 200 °C | ca. 220 °C |
| 220 °C | ca. 240 °C |
Rechner für die Backofen-Temperatur
Gib die Temperatur aus deinem Rezept ein und wähle die Richtung, der Rechner zeigt dir den passenden Wert.
Welches Backofen-Symbol steht wofür?
Welche Beheizungsart du gerade eingestellt hast, erkennst du am Symbol auf dem Drehknopf oder im Display. Die Namen unterscheiden sich allerdings von Hersteller zu Hersteller. Siemens weist in seinem Leitfaden zu Backofensymbolen ausdrücklich darauf hin, dass die Bezeichnungen je nach Modell unterschiedlich sein können. Im Zweifel hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung.
Ober-/Unterhitze
Die Hitze kommt von oben und unten. Siemens empfiehlt diese Heizart zum schonenden Garen auf einer Ebene, sie wird auch zur Ermittlung des Energieverbrauchs verwendet.
Umluft oder Heißluft
Ein Ventilator verteilt die Wärme im Garraum. Bei Heißluft heizt laut AEG ein Ringheizkörper in der Rückwand, bei Umluft arbeiten die Heizstäbe oben und unten. Siemens nennt seine Heißluft 3D- oder 4D-Heißluft. 3D-Heißluft ist laut Siemens für bis zu drei Ebenen gedacht, das Symbol ist ein Lüfter in einem Kreis.
Pizzastufe
Hier arbeiten laut Siemens der untere Heizkörper und der Ringheizkörper in der Rückwand zusammen. Ideal für Pizza und alles, was viel Wärme von unten braucht.

Wann Ober-/Unterhitze die bessere Wahl ist
Umluft ist praktisch, aber nicht immer die beste Wahl. Wenn ein Rezept ausdrücklich Ober-/Unterhitze verlangt, hat das meist einen Grund.
- Empfindliche Teige, die gleichmäßig aufgehen sollen. Bei Biskuit, Soufflés und Brandteig geben viele Rezepte bewusst Ober-/Unterhitze an. Halte dich dann an diese Angabe, statt umzurechnen.
- Offene Aufläufe mit wenig Flüssigkeit. Der Luftstrom trocknet die Oberfläche schneller aus. Decke sie notfalls zwischendurch ab.
- Nur eine Ebene und ein Rezept ohne Umluft-Angabe. Dann spricht nichts dagegen, einfach die Beheizungsart aus dem Rezept zu nehmen.
Klar im Vorteil ist Umluft, wenn du mehrere Bleche Plätzchen oder Muffins gleichzeitig backen willst. Laut Verbraucherzentrale geht das mit Umluft und Heißluft auf mehreren Ebenen.
Muss die Backzeit angepasst werden?
Die Backzeit bleibt bei korrekt umgerechneter Temperatur in der Regel ähnlich wie im Rezept angegeben. Weil jeder Ofen etwas anders heizt, lohnt sich der Test. Schau 5 bis 10 Minuten vor Ende der angegebenen Zeit nach und mach bei Kuchen die Stäbchenprobe. Bleibt kein feuchter Teig am Holzstäbchen hängen, ist er fertig.
Wird der Kuchen außen zu schnell dunkel, war die Temperatur für deinen Ofen noch zu hoch. Beim nächsten Mal gehst du 10 Grad runter, bei Bedarf deckst du die Oberfläche kurzzeitig mit Backpapier oder Alufolie ab.
Mit Umluft Energie sparen
Neben der niedrigeren Temperatur gibt die Verbraucherzentrale noch zwei Tipps, mit denen du beim Backen Strom sparst.
- Auf das Vorheizen verzichten, das spart laut Verbraucherzentrale bis zu 20 Prozent Energie. Ausnahmen sind Gerichte, die von Beginn an eine hohe Temperatur brauchen, etwa Blätterteig, Biskuitteig und Soufflés. Hier heizt du auch mit Heißluft vor, die Bosch-Anleitung sieht zum Beispiel für Blätterteiggebäck 4D-Heißluft mit Vorheizen vor.
- Die Restwärme nutzen, denn nach dem Ausschalten gart der Ofen bis zu 15 Minuten lang weiter.
Häufige Fehler beim Umrechnen
Diese Fehler solltest du vermeiden
- Die Temperatur aus einem Ober-/Unterhitze-Rezept unverändert mit Umluft übernehmen
- Ein Rezept, das schon für Umluft geschrieben ist, noch einmal um 20 Grad reduzieren
- Den Garraum so voll stellen, dass die Luft nicht mehr zirkulieren kann
- Backpapier beim Vorheizen lose auf das Blech legen. Laut Bosch-Anleitung kann es durch den Luftzug bei jeder Beheizungsart die Heizelemente berühren und sich entzünden, beschwere es deshalb immer mit einer Form oder Geschirr
- Bei Umluft ständig die Tür öffnen, weil der Ofen dann jedes Mal Wärme verliert
Fazit
Die Umrechnung zwischen Ober-/Unterhitze und Umluft ist mit der Faustregel schnell erledigt. Für Umluft ziehst du 20 Grad ab, für Ober-/Unterhitze rechnest du 20 Grad dazu, aus 180 °C Ober-/Unterhitze werden also etwa 160 °C Umluft. Bei empfindlichen Teigen bleibst du bei der Angabe im Rezept, und wenn dein Ofen kräftig heizt, gehst du beim nächsten Backen noch ein Stück tiefer.
Häufige Fragen
Wie viel ist 180 °C Umluft in Ober-/Unterhitze?
180 °C Umluft entsprechen etwa 200 °C Ober-/Unterhitze. Du rechnest nach der Faustregel 20 Grad dazu.
Wie viel Umluft sind 180 °C Ober-/Unterhitze?
Stell für 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 160 °C Umluft ein. Heizt dein Ofen mit Umluft sehr kräftig, reichen auch 150 °C.
Wie viel Ober-/Unterhitze sind 175 °C Umluft?
175 °C Umluft entsprechen ungefähr 195 °C Ober-/Unterhitze. Weil viele Öfen nur in 5- oder 10-Grad-Schritten einstellen, nimmst du 190 bis 200 °C und prüfst gegen Ende der Backzeit.
Ist Umluft das Gleiche wie Heißluft?
Nicht ganz. Bei Umluft heizen die Heizstäbe oben und unten, und ein Ventilator in der Rückwand verteilt die warme Luft. Bei Heißluft sitzt ein Ringheizkörper in der Rückwand, dessen Wärme der Ventilator im Garraum verteilt. AEG nennt für Umluft bis zu zwei und für Heißluft bis zu drei Ebenen gleichzeitig. Die Bezeichnungen unterscheiden sich aber je nach Hersteller und Modell, deshalb lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung. Für die Umrechnung gilt bei beiden dieselbe Faustregel, die Verbraucherzentrale nennt für Heiß- und Umluft 20 bis 30 Grad weniger als bei Ober-/Unterhitze.
Muss ich bei Umluft die Backzeit verkürzen?
Meist nicht, wenn du die Temperatur um 20 Grad reduzierst. Weil jeder Ofen anders heizt, solltest du trotzdem 5 bis 10 Minuten vor Ende der angegebenen Zeit nachsehen.
Warum reichen bei Umluft niedrigere Temperaturen?
Der Ventilator bewegt die heiße Luft ständig am Gargut vorbei. Dadurch wird die Wärme schneller übertragen als bei ruhender Luft, und das Gebäck bräunt bei gleicher Temperatur schneller. Deshalb stellst du die Temperatur niedriger ein.
Quellen
- Verbraucherzentralen (verbraucherzentrale.de), Backofen bei Kauf und Nutzung (Stand 13.08.2025) (belegt: Umluft/Heißluft 20 bis 30 Grad niedriger, Backen auf mehreren Ebenen, Vorheizen weglassen spart bis zu 20 Prozent mit Ausnahmen für Gerichte, die von Beginn an hohe Temperatur brauchen, etwa Blätterteig, Biskuit, Soufflé, Restwärme bis zu 15 Minuten)
- Siemens Hausgeräte, Leitfaden zu Backofensymbolen (belegt: Beschreibung Ober-/Unterhitze, 3D-/4D-Heißluft mit 3D-Heißluft auf bis zu drei Ebenen und Lüfter-Symbol, Pizzastufe, Namen je nach Modell unterschiedlich)
- AEG, Was ist der Unterschied zwischen Umluft, Heißluft und Ober- und Unterhitze? (Stand 07.09.2026) (belegt: Umluft mit Heizstäben oben und unten plus Ventilator auf bis zu zwei Ebenen, Heißluft mit Ringheizkörper in der Rückwand auf bis zu drei Ebenen)
- Bosch Hausgeräte, Gebrauchsanleitung Backofen HBG633T.1 (Ausgabe 06/2016) (belegt: Brandgefahr durch unbefestigtes Backpapier beim Vorheizen, Blätterteiggebäck mit 4D-Heißluft und Vorheizen)
Bildnachweis Beitragsbild: Foto Louis Hansel / Unsplash
